Ein Kinderleben

Wer mit Kindern zu tun hat, hat zwangsläufig auch mit Matsch, Wasser, Blumen, Steinen, Farben, vielleicht auch mal mit Fröschen oder Regenwürmern in der Jackentasche und ganz bestimmt mit vielen Tieren am Wegesrand, im Umfeld, bei Ausflügen zu tun, die die Kinder magisch anziehen. Auch wir haben mit unseren Kindern diese Erfahrungen gemacht. Genau dieses Staunen über schöne Steine, knorrige Äste, dem Regenbogen über den Feldern und das klirrende Eis in den gestern noch für die Tiere gefüllten Wassereimern hat uns zum Nachdenken gebracht über die Erfahrungen, die Kinder in ihrer Entwicklung heute machen dürfen. In einem Kinderleben ist nicht mehr viel Zeit und Raum zwischen Freizeitstress, Schule und technisiertem Umfeld, diese Natürlichkeit der Dinge zu erleben. Bei uns auf dem Hof möchten wir Raum, Zeit und Anregungen geben, die Natur in all ihren Erscheinungsbildern zu erfahren und schätzen zu lernen.



 

 

Tiere lehren und erziehen uns

Dazu gehört für uns vor allem der Kontakt zu unseren Tieren. Die verschiedenen Tierarten prägen die Vielfalt und die Möglichkeiten unseres Hofes. Im Versorgen und sich Kümmern lernen die Kinder aus eigener Motivation höflich und mitfühlend mit anderen Lebewesen umzugehen und übernehmen Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere. Gerade die sprachlose, direkte und ehrliche Form der Kommunikation mit den Tieren fasziniert die Kinder und lässt sie achtsam werden.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Jahr gleicht keinem anderen

Nebenbei erleben die Kinder den Hofalltag, lernen die unterschiedlichen Arbeiten im Jahresverlauf kennen, helfen tatkräftig mit und erfahren z.B., dass auch bei Dunkelheit, Kälte und Regen oder Hitze die Arbeit nicht liegen gelassen werden kann, damit es allen gut geht. Dazu gehört die Freude, wenn alles geschafft ist, wenn das Heu oder Stroh vor dem einsetzenden Regen eingebracht ist, der Pferdestall fertig gemistet ist oder die selbst gesäten Pflänzchen alle heile in die Erde gebracht worden sind. Kreisläufe werden erlebbar: Wo kommt unser Essen her, wie viel Arbeit steckt in einem einzigen Brot?

 

 

 

 

Man sieht nur mit dem Herzen gut…

Ein wenig nass und dreckig zu werden ist völlig in Ordnung und immer erwünscht. Natürlich steht das Wohlergehen der Kinder an erster Stelle, denn nur, wenn es ihnen gutgeht und sie Spaß an der Sache haben, lernen sie ohne große Anstrengung nebenbei. Sinnliche und körperliche Wahrnehmungen spielen dabei eine große Rolle.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wissensvermittlung

Natürlich wollen wir auch interessantes Wissen im Bereich der Landwirtschaft vermitteln, so freuen wir uns über Fragen wie z.B.: „Wie heißt das Gras mit den Haaren dran?“ (Gerste) oder die Frage ob das braunrote Huhn auch braunrote Eier legt. Schonmal kommen auch tolle Anregungen wie: "Wieso geht ihr nicht gleich aufs Feld zum Pipi machen, wenn ihr doch eh die Gülle als Dünger dort verteilt...?"
Situationsbezogene aktuelle Anlässe zu nutzen und die Interessen, Wünsche und den kreativen Geist der Kinder zu treffen ist unser Ziel.



 

 

 

 

 

Be-greifendes Lernen

Alte Handwerkstechniken und Möglichkeiten der Selbstversorgung liegen uns vor allem bei den älteren Kindern am Herzen, da diese zum einen sehr viel Spaß daran haben und zum anderen im kreativen Tun mit natürlichen Stoffen viele Kreisläufe und Möglichkeiten in der Nutzung der Natur „be-greifen“. Aber auch die Arbeit in der Landwirtschaft wird erlebbar, Technik, Maschinen, Lebensmittelproduktion auf dem Feld und im Stall, nachhaltige Waldarbeit und artgerechte Haltung von Tieren kennen zu lernen ist uns wichtig.


Jedes Jahr, jede Jahreszeit, jeder Tag ist anders, hat seine ganz eigenen Themen, Bedürfnisse, Sorgen oder Wünsche – es bleibt spannend, arbeitsreich und voller neuer Erfahrungen – dies und die Liebe zur Natur und körperlicher Aktivität möchten wir gerne teilen und weitergeben!
Wir verstehen uns als einen Ort der Bildung und Erziehung, unser Fundament sind die tiergestützte Pädagogik, die Naturpädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung.



All dies macht allerdings nur Spaß, wenn man die nötige Portion Humor darüberstreut....

 

Landluft

Der Tag bricht an,

dampft sanft heran.

Im Sonnenlicht

der Haufen bricht.

 

Misthaufenidylle.

Mit Gülle

in Hülle

und Fülle.

(Hubertus A. Janssen)